Freie Wähler besuchen Gartenschau Freudenstadt–Baiersbronn
Die Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler unternahm am Sonntag, 3. August, eine Besichtigungsfahrt zur Gartenschau Freudenstadt–Baiersbronn.
Uns war bewusst, dass diese Gartenschau konzeptionell anders aufgebaut ist als die in Vaihingen geplante. Dennoch war es uns wichtig, Einblicke in Planungsprozesse, Bürgerbeteiligung und Organisation zu gewinnen.
Nach einer informativen Busfahrt mit interessanten Erläuterungen zu Sehenswürdigkeiten auf dem Weg in den Nordschwarzwald, vorgetragen von unserem Fahrer Karl Kost von der Firma Traxel, erreichten wir pünktlich den Marktplatz in Freudenstadt. Dort wurden wir von Hermann John empfangen, einem langjährigen und noch aktiven Gemeinde- und Kreisrat der Freien Wähler. Er hat die Gartenschau von Beginn an kommunalpolitisch begleitet und ist heute als Gästeführer tätig.
Hermann John zeigte uns beispielsweise fehlerhaft geplante Shuttlebus-Strecken, die von den ortsansässigen Gemeinderäten bereits früh als nicht praktikabel eingeschätzt worden waren. Er betonte, wie wichtig es sei, dass Gemeinderäte ihre Ortskenntnisse gegenüber den Planern klar einbringen. Anschließend erläuterte er neue Infrastrukturmaßnahmen.
Danach ging es ins Tal X, wie das Gelände der Gartenschau genannt wird, entlang des Forbachs. Dort wurden historische Gewerbe vorgestellt, die im Rahmen der Gartenschau wieder erlebbar gemacht wurden, darunter die Münzherstellung und eine Hammermühle zur Fertigung von Metallwerkzeugen wie Spaten. Auch Bergbau mit Eisenerzgewinnung sowie die Forstwirtschaft sind Themen der Gartenschau.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Catering. Während die beiden großen überregionalen Caterer mit Personalengpässen, Qualitäts- und Zuverlässigkeitsproblemen zu kämpfen haben, konnten vier regionale Metzgereien und Caterer diese Aufgaben deutlich besser bewältigen.
Die Daueranlagen sind so gestaltet, dass der Bach Forbach wieder erlebbar wird und durch eine ansprechende Gestaltung auch nach der Gartenschau ein Anziehungspunkt bleibt. Auch die einzelnen Ortsteile von Baiersbronn sind mit eigenen Elementen vertreten, etwa Sitzbänken mit symbolischer Gestaltung.
Besonders beeindruckend war die hohe Zahl von 1.300 Ehrenamtlichen, die Kassendienste, Führungen, Reinigungs- und Gießarbeiten sowie andere Aufgaben während der 146 Veranstaltungstage übernehmen. Die Koordination erfolgt online über die Stadtwerke, wo sich jeder in Listen für bestimmte Tätigkeiten, Zeiten und Orte eintragen kann. Ein eigener Gartenschauverein wurde nicht gegründet, es ist jedoch geplant, eine Organisation aufzubauen, die die Daueranlagen nach der Gartenschau unterstützend zum Bauhof pflegt.
Insgesamt war es eine gewinnbringende und erkenntnisreiche Ausfahrt, aus der wir viele Ideen auch für Vaihingen mitnehmen können. Besonders wichtig wird es für das Gelingen der Vaihinger Gartenschau sein, die Bevölkerung zu begeistern und zu motivieren, damit sie 2029 tatsächlich zu einer Bürgergartenschau wird.






